Der sechste Sinn der Schlange

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Schlangen haben den sechsten Sinn. 
Das hat ein Wissenschaftlerteam von der University of California herrausgefunden.
Mit dem Grubenorgan können sie feinste Temperaturschwankungen erkennen und so auch die warmblütige Beute im dunklen erkennen.

Jetzt haben Forscher herrausgefunden wie der Wärmesensor auf molekularer Ebene funktioniert.
Spezielle Proteine in diesem Organ nehmen die Wärmestrahlen auf und wandeln sie in Nervenimpulse um.
Der Wärmesensor, den vor allem Schlangenarten wie Vipern, Boas und Pythons haben, wird auch als sechster Sinn der Tiere bezeichnet.
Die grubenartigen Vertiefungen, die mit zahlreichen Nervenenden durchsetzt sind, registrieren feinste Temperaturschwankungen.
Das Tier setzt in seinem Gehirn ein Bild zusammen, das dem einer Wärmebildkamera ähnelt.

Bisher war aber unklar, wo und auf welche Weise die Wärmestrahlung im Grubenorgan erkannt wird. Durch Experimente mit Zellen aus dem Organ fanden die Forscher heraus, 
dass der sogenannte TRPA1-Kanal als Wärmedetektor funktioniert. Spezielle Proteine in der Zellmembran bilden diesen Kanal, 
der sich durch die Wärmestrahlung aufwärmt und den Reiz an die Nervenenden weiterleitet. 
Interessanterweise wird der TRPA1-Kanal erst aktiv, wenn die Temperatur einen bestimmten Schwellenwert überschreitet. 
Bei den untersuchten Texas-Klapperschlangen lag dieser bei 28 Grad - was in etwa der Untergrenze der Körpertemperatur warmblütiger Beutetiere entspricht.

Beim Menschen wird der TRPA1-Kanal auch Wasabi-Rezeptor genannt, weil er wichtig ist für die Wahrnehmung bestimmter Geschmacksnoten des japanischen Meerrettichs.
Diese Funktion ist auch bei den Schlangen noch vorhanden, aber im Laufe der Evolution hat sich ihr TRPA1-Kanal zusätzlich zu einem Rezeptor für die Wärmeerkennung umgebildet.